Geschichte Schloss Bad Bentheim


Um 1020

Die Anfänge der Burg Bentheim lassen sich nicht mit historischen Quellen belegen. Eine erste frühe Erwähnung findet Bentheim im Jahre 1020, als Graf Otto von Northeim als Eigentümer der Burg genannt wird. Otto von Northeim gehörte zu den vornehmsten sächsischen Adeligen und wurde von der Kaiserin Agnes 1061 mit dem Herzogtum Bayern belehnt.


1116

Im Jahr 1116 nahm Herzog Lothar von Süpplinburg, der spätere Kaiser Lothar III., die Burg Bentheim ein und brandschatzte sie. Dabei kam wahrscheinlich der letzte der Northeimer Grafen, Otto der Jüngere, zu Tode. Die zerstörte Burg wurde offenbar bald wieder aufgebaut und geriet in den Besitz von Lothars Schwager, Graf Otto von Salm-Rhieneck.


1146 - 1190

1146 kam es zu einer bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Otto von Rhieneck und dem Bischof von Utrecht um Besitzrechte in der Twente. Im Verlauf dieser Fehde wurde Otto mit seinem Ritterheer bei Ootmarsum geschlagen. Daraufhin unterstand seine Burg bis 1190 dem Bistum Utrecht als Lehen.


1190 - 1370

Ottos einziger Sohn und Erbe wurde in der Gefangenschaft von Hermann von Staleck ermordet. Über das Erbe von Ottos Tochter, Sophie von Rhieneck, gelangten darauf Burg und Herrschaft Bentheim in den Besitz der Grafen von Holland, deren Nebenlinie sich fortan nach der Burg Bentheim benannte.


1370 - 1421

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts starben die Bentheimer Grafen aus dem holländischen Hause aus, und das Erbe ging auf einen Neffen, Everwyn von Güterswyk, über. Dem Bentheimer Erbe fügten sie 1420 durch Heirat die Edelherrschaft Steinfurt hinzu, die fortan durch Erbverträge mit Bentheim verbunden war.


1421 - 1751

Ab 1421 nannten sich die Herren Grafen von Bentheim. 1468 wurde Graf Everwin II. mit Bentheim von Kaiser Friedrich III. belehnt. Damit war erstmalig die Grafschaft als Reichslehen anerkannt.

Zwischen 1588 und 1593 führte Graf Arnold II. die reformierte Lehre Johann Calvins und Huldrych Zwinglis ein. Arnold II. war der bedeutendste Landsherr der Grafschaft Bentheim. Er hatte durch Erbschaften und Heirat eine beachtliche Zahl kleiner Territorien in seiner Hand vereinigt. Es waren die Grafschaften Bentheim, Tecklenburg, Steinfurt, Limburg an der Lenne, Niederrheinische Besitzungen und die Vogteirechte im Kurfürstentum Köln.


1752 - 1804

Der dreißigjährige Krieg, Erbstreitigkeiten und eine fremde Verwaltung durch das Bistum Münster ließen die Grafschaft finanziell ausbluten. 1752 schließlich verpfändete Graf Friedrich Carl Philipp die Grafschaft an das Kurfürstentum Hannover.

Der militärische Nutzen der Burg wurde seit dem Dreißigjährigen Krieg immer bedeutungsloser. Sie diente als Verwaltungszentrum, Gerichtsort und Gefängnis der Grafschaft. Im Siebenjährigen Krieg 1754 - 1761 wurde sie von Franzosen und Engländern mehrfach belagert und eingenommen. Im Krieg gegen die französische Revolutionsarmee 1795 diente die Burg als Lazarett und wurde von den Truppen des französischen Generals Vandamme in Brand geschossen und ebenfalls eingenommen.


1804 - heute

1804 fiel die Grafschaft wieder an die Grafen von Bentheim zurück, die sich seit 1817 Fürsten zu Bentheim und Steinfurt nennen durften. Im 19. Jahrhundert war die Burg in weiten Teilen verwüstet und unbewohnbar. Erst nach 1848 wurde mit zunächst bescheidenen Maßnahmen der Wiederaufbau begonnen.

Der Ausbau des mittelalterlichen Palas, der sogenannten Kronenburg, zur repräsentativen Residenz im Stile des Historismus erfolgte unter dem Fürsten Alexis (1845 - 1919) in den Jahren 1883 - 1914. Fürst Alexis war verheiratet mit Pauline Prinzessin zu Waldeck und Pyrmont. Sie war die Schwester der Königin Emma der Niederlande, die man zu Recht als die Begründerin der modernen Niederländischen Monarchie bezeichnen darf. Über das Fürstliche Haus Waldeck-Pyrmont pflegte man enge verwandtschaftliche Beziehungen zu einigen europäischen Königshäusern wie Großbritannien, Niederlande, Dänemark, Schweden, Rumänien und Luxemburg sowie zu einer Vielzahl von Fürstenhäusern im deutschen Reich. Der Erste Weltkrieg und der darauf folgende Sturz vieler Monarchien beendete diese glanzvolle Epoche. Fürst Alexis starb am 21. Januar 1919.

Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges endete auch vorzeitig die Bautätigkeit auf der Burg, so dass der nördliche Teil der Konenburg unvollendet blieb. Die Aufgabe der folgenden Generationen ist es seither, die Burg als Baudenkmal und Identifikationsort des Deutsch-Niederländischen Grenzlandes in ihrer Substanz zu erhalten. Wie kaum ein anderes Bauwerk ist die Burg Bentheim mit der Geschichte dieser Region in beiden Ländern verankert.